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Phase
Bereich
Ziel

Sichtweisen klären

Allrounder

Kenne systematische fehlerhafte Neigungen beim Wahrnehmen, Erinnern, Denken und Urteilen.

Quelle

Diverse Fachzeitschriften.

Verzerrungen bewusst sein

Beschreibung
"Wir sehen nicht die Dinge, wie sie sind. Wir sehen die Dinge, wie WIR sind" (Talmud)
Achtung: Rationalität ist ein Mythos.

Unser Gehirn scannt aus den vielen Eindrücken und Informationen permanent unsere Gefühlslage. "Ist die Situation gefährlich? Ungefährlich? Interessant? Uninteressant?


Die Einschätzung muss schnell erfolgen und birgt daher auch das Risiko einer Fehlinterpreation. Das betrifft vieles: Das Geben und Nehmen von Feedback, Ideen bewerten und entscheiden.


Wir neigen dazu, eine Situation oder Person aus einer bestimmten Perspektive zu beurteilen (Gefühlslage, Wertvorstellungen, Wünsche, Erwartungen, Fachkompetenz, Wissen, unperfektes Gedächtnis).

Selbst bei bester Informaionslage sind wir nicht so objektiv, wie wir vielleicht meinen.


In der Wissenschaft werden mehr als 170 verschiedene Bias-Typen (englisch: Bias für Verzerrung) beschrieben.


Tooltipp: Einige ausgewählte Biases und deren Effekte findest Du sehr gut auf der Webseite von Factor D erklärt.

Einige davon:

  • Ankereffekt: Tendenz, sich unbewusst von einem bestimmten Referenzpunkt (dem „Anker“) bei der Entscheidungsfindung beeinflussen zu lassen. Der Anker ist meist die erste Information, die in Bezug auf eine Entscheidung aufgenommen und verarbeitet wird. Wird oft im Marketing z.b. bei Produktvergleichen genutzt.

  • Ikea-Effekt: Die Tendenz, selbstgemachte Produkte höher zu bewerten als Dinge, die von Anderen geschaffen wurden, ungeachtet ihrer Qualität. Darunter fällt auch selbst zusammengesuchte Information, die man als wichtiger einschätzt als Information, die man von anderer Seite erhält.

  • HIPPO-Effekt: steht für Highest Paid Person's Opinion. Der Effekt besagt, dass die Meinung (opinion) der bestbezahlten (highest paid) Person bei einer Entscheidung mehr Beachtung findet, weil diese per se einen höheren Wert hat.

  • Maßstabs-Problem: Das ist die Tendenz zur Mitte. Wir neigen zu einer mittelmäßigen Beurteilung, weil eine sehr gute oder schlechte Einschätzung von uns aufwendiger begründet werden müsste. Bei einer mittleren Bewertung entfallen oft Diskussionen. Auch wenn wir uns nicht sicher sind, wählen wir die Mitte.

  • Nikolaus-Effekt: Die letzten Ereignisse zu einer Person sind gut im Gedächtnis. Wir beurteilen aufgrund der zeitnahen Vergangenheit und nicht über einen längeren Zeitraum.

  • Similar-to-me-Effekt: Personen, die uns ähnlich sind, beurteilen wir besser oder sind gerade bei diesen strenger.

  • Spotlight-Effekt: Die Tendenz, die Aufmerksamkeit des sozialen Umfelds zur eigenen Person, im positiven wie im negativen Sinn, zu überschätzen. Wir vergessen oft, dass unsere Perspektive nicht die Perspektive unserer Mitmenschen ist und können daher nicht einschätzen, wieviel Bedeutung andere Menschen einer Situation beimessen. Dies kann beispielsweise in Besprechungen dazu führen, dass Einige sich nicht trauen, sich zu Wort zu melden, aus Angst etwas vermeintlich „Dummes“ zu sagen.

Dein Nutzen

  • Unbewusste Muster für alle bewusster machen.

Mit diesem Video "Die Gummibärchenfalle" kannst Du Dein Team einladen, wie leicht unser Gehirn uns austricksen kann ;-).




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